Maulwürfe

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Maulwürfe

Ein Theaterstück über Spurenleger und Spurenleser.
Von Klaus Fehling und THEATER 1000 HERTZ

Premiere: 22. Juli 2008, Orangerie Köln

Mit: Heidrun Grote, Christina Vayhinger und Anton Weber
Licht: Katja Winke, Assistenz Maren van Severen

Zum Thema

Stellen Sie sich vor, wir finden eine Brieftasche. Darin der übliche Inhalt: Führerschein, Personalausweis, ein Foto des Lebensgefährten und der Kinder, EC-/Kreditkarte, ein paar Mitgliedsausweise von Videotheken, Bibliotheken, Vereinen, etc. Nachdem wir all das - und vielleicht sogar noch ein Rezept vom Hautarzt, einen Kontoauszug oder einen Einkaufszettel - gesehen haben, könnten wir glauben, den Besitzer der Brieftasche zu kennen. Wir trauen uns zu, zu entscheiden, ob wir diesem Menschen Geld leihen würden, ihn bedenkenlos in unser Wohnzimmer lassen oder ihm nicht mal die Hand geben würden. Wir wissen, wie er aussieht, kennen seine Gewohnheiten und Lebensumstände - alles aus seiner Brieftasche.

Kölner Stadtanzeiger vom 25. Juli 2008 über Maulwürfe

Die Datenspuren, die wir alle im Alltag ständig hinterlassen, ermöglichen jedem, der Zugriff darauf hat, ein genaues Profil unseres Verhaltens zu erstellen. Mit jedem Einkauf, jeder Überweisung, jedem Besuch eines Konzerts oder Fußballspiels, jedem Arztbesuch und jeder Reise wird das Bild, das sich andere von uns machen schärfer. Unser Gesicht kann auf den Videobildern der Überwachungskameras automatisch identifiziert werden und die Anzahl der Kleinwagenbesitzer in unserer Straße entscheidet mit darüber, ob wir einen Kredit bekommen oder wie lange wir in der Warteschleife eines Call-Centers warten müssen. Wir brauchen nicht unsere Brieftasche zu verlieren, um durchsichtig zu sein. Aber sind wir das wirklich selbst, die da sichtbar werden? Wie wird man einen schlechten "Score" wieder los? Glaubt man uns mehr als unserem Datenprofil? Was passiert mit einer Gesellschaft unter Generalverdacht? Und:

Haben wir wirklich nichts zu verbergen?

Zum Stück

H. Grote, A. Weber, C. Vayhinger

Die Datenspuren, die wir alle im Alltag ständig hinterlassen, ermöglichen jedem, der Zugriff darauf hat, ein genaues Profil unseres Verhaltens zu erstellen. Für jeden von uns wird ständig ein "Score" ermittelt, der z.B. besagt, wie Kreditwürdig wir sind oder wie leicht oder schwer es für uns ist, eine Lebensversicherung abzuschließen. Mit jedem Einkauf, jeder Überweisung, jedem Besuch eines Konzerts oder Fußballspiels, jedem Arztbesuch und jeder Reise wird das Bild, das sich andere von uns machen, schärfer. Aber sind wir das wirklich selbst, die da sichtbar werden? Wie wird man einen schlechten „Score" wieder los? Glaubt man uns mehr als unserem Datenprofil? Was passiert mit einer Gesellschaft unter Generalverdacht? Und: Haben wir wirklich nichts zu verbergen?

In der stillgelegten Lagerhalle der Firma „Datascore" treffen drei Menschen aufeinander: C., die ihre Datenspuren korrigieren will, weil sie aus eigener Erfahrung weiß, welche Folgen es haben kann, in den falschen Statistiken aufzutauchen, H., die vermutet, dass ihr Ehemann sie betrügt und ständig neue Indizien dafür entdeckt und P., der Taschendieb, der gerne Verwirrung stiftet, in dem er Datenspuren durcheinanderbringt und Überwachungseinrichtungen zerstört. Jeder der drei hat einen anderen Grund, zu dieser Zeit an diesem Ort zu sein - aber sie haben mehr gemeinsam, als sie am Anfang ahnen oder zugeben.

Berichterstattung

Materialsammlung (intern)